Nicht alltäglich war das Spiel unserer Damen 1 gegen den verlustpunktfreien HSV Wemmetsweiler 2, gestern Mittag, in der Mügelsberghalle. Die anwesenden Zuschauer sahen zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten.
1. HZ
Vielleicht ein wenig sorglos oder sogar verwöhnt von den vielen Erfolgen in den letzten Spielen gingen die TBS Mädels in das Spiel. Die Warnung: „Nehmt die Mannschaft von Wemmetsweiler ernst, sie steht nicht zufällig verlustpunktfrei mit uns an der Spitze“ wurde massiv verdrängt.
Spannungslos haben unsere Spielerinnen den Wemmetsweiler Angriff erwartet. Bis zur 25. Minute in der ersten Halbzeit wurde der Mittelteil unserer Abwehr von Jessica Jung und Sandra Beenen nach Belieben auseinander genommen. Nach Durchbruch im Spiel Eins gegen Eins kam grundsätzlich keine Hilfe aus den eigenen Reihen. Wemmetsweiler Spielerinnen hatten zusätzlich noch Zeit, sich für Würfe aus der 2. Reihe die beste Wurfposition auszusuchen.
Dass unsere Torfrau in der ersten Halbzeit einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, potenzierte den beschriebenen Spielverlauf. Aus dieser völlig verunsicherten Abwehr war kein schnelles Spiel nach vorne möglich. Kaum eine unserer Spielerinnen war in der Lage wirkungsvoll in die Lücke zu gehen.
Sechs Toren im Angriff standen Ende der 1. Halbzeit sechzehn Gegentore entgegen.
Da die Meisterschaft aller Wahrscheinlichkeit in dieser Konstellation der A Klasse im direkten Vergleich TBS – Wemmetsweiler ermittelt wird, war es eigentlich schon das Aus für die Saison.
Die Leistung bis zu diesem Zeitpunkt war auch nicht damit zu entschuldigen, dass Kira Martin verletzungsbedingt fehlte und Sarah Weber krankheitsbedingt kaum zum Einsatz kam.
2. HZ
In der Spielnachbetrachtung war in der Kabine während der Halbzeitpause kein Jammern und Wehleiden von unseren Mädels zu hören. Schadensbegrenzung war angesagt.
Die Körpersprache beim Betreten der Halle zur 2. Halbzeit war sonderbar angespannt. Man hatte das Gefühl – jetzt haben sie die Ärmel hochgekrempelt.
Zusätzlich wurde Aline Herges (seit Monten verletzt) aus den Zuschauern als Torfrau aktiviert. Ausgerüstet mit den Sportschuhen von Frank Sold!!
Und jetzt Film ab:
31. Minute 7:16; 32. Minute 8:16; 34. Minute 9 : 16; 35. Minute 10:16, 37. Minute 11:16; 38. Minute 12:16; 41. Minute 13:16; 43. Minute 13:17; 45. Minute 14:17; 48.Minute 15:17; 49. Minute 16:17; 50. Minute 17:!7 – da waren sie wieder!!!
Ab der 51. Minute wurde das Spiel dann in gewohntem Maße von unseren Mädels beherrscht.
Das Spiel endete 28:22 für uns.
Zwei Gründe waren für die Wandlung in der 2. HZ maßgebend.
Die Spielerinnen von Wemmetsweiler zollten ihrem Tempo aus der 1. HZ Tribut.
Unser Team besann sich auf ihre Stärken und war wie ausgewechselt. Mit zwei sicheren Torfrauen (Britta Stemmler zeigte dann auch wieder was sie wirklich kann) im „Rücken“ zeigte die Abwehr endlich Biss und man half sich gegenseitig aus.
Die Ballgewinne wurden in schnelle Tempogegenstöße umgesetzt und die entsprechend wichtigen Tore erzielt.
Ganz langsam glaubten dann auch unserer Fans wieder an die Mannschaft und die Unterstützung gab dem Team die notwendige Kraftreserven.
Wenn die Mädels in der Reflektion dieses Spieles die notwendigen Lehren ziehen, war die Aufregung nicht umsonst.
Glück Auf!
Gespielt haben:
Britta Stemmler, Aline Herges, Heinrich Jessica (2), Luise Duchow (5), Aline Kessler (5), Muriel Kollmannsperger (3), Janika Müller (4), Dilan Akdogan, Sarah Weber, Alexandra Bos (2), Nicole Kiefer (7)
D.W.